Samstag, 27. Juni 2009

Mit "blerp" eine schnellere interne Unternehmenskommunikation?

Was ist "blerp"? Blerp ist eine Online-Community, in der die User alle sich im WWW befindlichen Webseiten diskutieren und ihren Wünschen entsprechend verändern können. Mit Blerp kann man Postings auf beliebigen Webseiten hinterlassen, ihnen Videos oder Bilder hinzufügen, sie bewerten und all das so, dass andere Blerp-User es sehen können (es gibt jedoch auch die Möglichkeit, die Sichtbarkeit einzuschränken, die Postings z.B. nur für "Freunde" zugänglich zu machen). So, wie man auf Youtube Videos hochladen, bewerten, kommentieren und untereinander kommunizieren kann, ist das auch für ganze Webseiten möglich. Dass die nach eigenem Belieben bearbeitete Webseite im Original nicht verändert wird, sondern eben nur innerhalb der Community modifiziert sichtbar ist, vesteht sich von selbst.

Gerade habe ich mich bei "blerp" angemeldet und die verschiedenen Funktionen getestet. An sich finde ich den Dienst ziemlich interessant, da er hilfreich für die Zusammenarbeit im Unternehmen sein kann. Ich denke zum Beispiel an eine Internetabteilung, die mit den Abteilungen Content Management, E-Commerce, Werbung zusammenarbeitet. Wären all jene Mitarbeiter bei Blerp angemeldet, könnten sie Informationen zur Optimierung der Unternehmenswebseite austauschen, ohne ihr Büro verlassen oder zum Telefon greifen zu müssen.

Webseiten kommentieren mit Blerp funktioniert wie folgt:
  • Man meldet sich an und erstellt ein Profil (das geht unerwartet schnell)
  • Man gibt die URL der Webseite in das Browserfeld ein, zu der man etwas anmerken möchte (ich habe als Beispiel die Seite meines Weblogs gewählt)
  • Die Webseite erscheint im Browserfenster von Blerp, neben der links installierten Toolbar von Blerp, mit der man die Webseite anschließend bearbeiten kann

  • Man wählt aus den verschiedenen Möglichkeiten, welche die Toolbar für das Kommentieren der Seite bereit hält eine Anwendung aus (siehe Abb.1)
  • Man schreibt die Anmerkung in das dafür vorgesehene Feld (z.B. "Schreibfehler") und wählt ggf. ein "style" aus, in dem das Posting erstellt werden soll (siehe Abb. 2)
  • Nachdem der Button "blerp" geklickt ist (Abb. 3), erscheint das Posting auf der entsprechenden Webseite (Abb.4)

Die Postings (hier: blerps) können farbig gestaltet und flexibel auf der Seite verschoben werden, d.h. man kann einen direkten Bezug zu dem bIerp und dem Inhalt der Seite herstellen. Ist man nun mit anderen Blerp-Usern befreundet, können diese sehen, was man gepostet hat und ihrerseits einen Kommentar abgeben. Wenn also z.B. der Mitarbeiter des E-Commerce einen Schreibfehler entdeckt, kann er diesen an entsprechender Stelle kennzeichnen, wodurch der Mitarbeiter des Content-Managements in seinem Blerp-Browserfenster eine Mitteilung über das Posting erhält. Die Mitarbeiter der Werbeabteilung können z.B. auf einer für sie interessanten Webseite einen Werbebanner des eigenen Unternehmens platzieren, wodurch der Mitarbeiter des E-Commerce sich um das Anfordern der Mediadaten oder um das Einkaufen entsprechender Werbefläche kümmern kann.

Leider, so scheint es, ist der Dienst noch nicht ganz ausgereift weil die Toolbar, mit der man seine Einträge erstellen kann, nicht fest integriert ist. Scrollt man weit nach unten, verschwindet die Toolbar und man muss für ein neues Posting wieder nach oben scrollen, um es zu erstellen. Auch negativ finde ich, dass ein Post in seiner Größe nicht manuell verändert werden kann. So kann die Seite bei vielen Postings schnell unübersichtlich werden. Es zeigte sich außerdem, dass die Postings hinter Videos verschwinden d.h. es ist nicht möglich, eine Notiz auf einem Video zu hinterlassen.

Wie die Community bei den Usern ankommt, wird sich zeigen. Ich werde sie jedenfalls als einen weiteren Grund für die Änderungen der Kommunikationsprozesse, bedingt durch das Web 2.0, in meiner Bachelor Thesis erwähnen.

Wer mehr über Blerp lesen möchte, kann sich bei mashable.com oder techcrunch.com informieren.

Über das Feilbieten persönlicher Daten


Für meine Bachelor Thesis nicht wirklich relevant und deshalb hier auch nicht näher erläutert aber ich finde es interessant, wie unterschiedlich die Meinungen zu diesem Thema sind. Und vor allem frage ich mich: Was ist jetzt schlimmer - die Situation des leichtgläubigen Zurschaustellenden weil böse Menschen eventuell böse Dinge mit den Daten machen bzw. sie sich unendlich blamieren oder die Situation desjenigen, der mit den privaten Informationen "zugespammt" wird (ich denke hier an den "Buschfunk" von StudiVZ, den man zum Glück ausblenden kann)? Über das Hinterlassen von (digitalen) Spuren und ihre Verwendung durch "böse" Unternehmen lese ich gerade das Buch "Die Numerati" von Stephen Baker - sehr lesenswert, da witzig und verständlich geschrieben.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Erfolgreiches Weblog - Viel hilft doch viel!

Wie definieren die Blogger selbst den Erfolg ihres Blogs? Diese Frage stellte sich mir, als ich mich auf der Suche nach diversen Berlin-Blogs durch das Internet klickte. Offensichtlich ist es vielen tatsächlich wichtig, dass ihre Einträge von möglichst vielen gelesen werden denn fast jeder hat sich schon zu dem Thema "Erfolgreich bloggen - so wird's gemacht!" bzw. "wie wird's gemacht?" ausgelassen. Diesen Beiträgen ist allen gemein, dass sie Tipps geben, wie man schnell viele Leser rekrutiert. Und jetzt, wo ich genauer darüber nachdenke, macht es irgendwie Sinn. Mir persönlich geht es beim Verfassen von Beiträgen erster Linie darum, wertvolle Anregungen zum Thema Web 2.0 zu bekommen, die ich für meine Bachelor Thesis verwenden kann. Mein erster Gedanke war: hier zählt Qualität statt Quantität. Was nützen viele Kommentare, mit denen ich zum Schluss doch nichts anfangen kann? Hierbei habe ich vier Dinge nicht bedacht:
  1. Diejenigen, die sich nicht für mein Geschreibsel interessieren, werden vermutlich auch nicht bis zum Ende lesen bzw. gar keinen Kommentar abgeben
  2. Diejenigen, die sich zwar interessieren, selbst aber nichts nennenswertes beizutragen haben, werden wahrscheinlich auch keinen Kommentar abgeben
  3. Wenn sie es doch tun, kann ich für mich unwichtige Kommentare ignorieren
  4. Vielleicht schreibt nicht jeder einen Kommentar, empfielt die Seite jedoch weiter bzw. redet darüber oder macht sich bei anderen darüber lustig, wodurch derjenige vielleicht auch "nur mal gucken" will. Dadurch entsteht mehr Traffic auf meiner Seite und die Wahrscheinlichkeit, Interessierte zu finden, steigt

Es geht also zum einen darum, die Ideen und das Feedback Anderer zu einem Mehrwert für sich selbst zu machen und so seinen persönlichen Erfolg zu steigern. Um Ideen/Feedback überhaupt in relevanter Anzahl zu erhalten, sollte man zusehen, dass der Weblog von vielen gelesen wird. Ich revidiere hiermit also meine Meinung, dass Besucherzahlen nicht ausschlaggebend für den Erfolg eines Weblogs sind.

Ich könnte jetzt natürlich meinen letzten Beitrag so umschreiben, dass es aussieht, als hätte ich diesen klugen Einfall schon immer gehabt. Stattdessen lasse ich ihn wie er ist - man kann sich ja mal irren.

Hier kann man einen interessanten Beitrag lesen, der beschreibt, warum viel nicht immer viel hilft, z.B. bei Weblogs von Unternehmen: Upload - Magazin für digitales Publizieren

Ist Bloggen für Unternehmen ungeeignet?

Vielleicht hat der Ein oder Andere den kritischen Kommentar zu meinem letzten Posting gelesen, in dem es wie folgt heißt:

"[...] aus geschäftlicher Sicht kann ich sagen, dass bloggen nicht den gewünschten Erfolg mit sich bringt. Ist eher etwas zum Zeitvertreib bzw. sehr zeitintensiv. Mittels diverser Programme ist nachvollziehbar wie viele Besucher über Blogs generiert werden - und das ist nicht der Rede wert. Dafür gibt es einfach ein Überangebot an Blogs von jedem Hanz & Franz und zu jedem noch so langweiligen Thema."

Ich habe darauf geantwortet, dass ich das Messen des "Erfolges" eines Blogs nicht an den Besucherzahlen festmachen würde und das ein Blog meiner Ansicht nach nicht einen weiteren Vertriebskanal für Produkte darstellen sollte. Es ist ja auch nicht unbedingt notwendig, ein eigenes Weblog zu unterhalten und selbst regelmäßig Beiträge zu schreiben. Vielmehr könnte man Beiträge anderer Blogger in relevanten Weblogs kommentieren und mit ihnen in Dialog treten, um z.B. zu erfahren, was sie interessiert und bewegt, welche Fragen sie haben und um (Kunden-)Nähe zu schaffen (und zwar im B2C und B2B-Bereich!). Das Besondere an der Sache ist der persönliche Anstrich, die Verringerung von professioneller Distanz. Nicht kommerziell sein, nicht inszeniert sein, keine durchdachten Verkaufsargumente aus dem Ärmel schütteln.

Mir leuchtet ein, dass Unternehmer, die ihren Aufwand immer zu ihrem Nutzen ins Verhältnis setzen (der ja meist in Zahlen ausgedrückt wird) die Investition von Zeit auf diesem Gebiet zunächst für nicht sinnvoll halten. Aber der Return on Investment ist bei altbekannten Methoden zur Qualitätssteigerung/-sicherung, zumindest im Dienstleistungssektor, oftmals ebensowenig errechenbar und dass dies eine sinnvolle Investition ist - darin sind sich die meisten Unternehmer doch einig!? Wenn unbedingt Zahlen - dann würde ich am ehesten noch die Anzahl von Kommentaren zu den einzelnen Beiträgen oder die Anzahl der Verlinkungen meiner Postings auf anderen Weblogs als eine Kennzahl für "Erfolg" sehen. Je mehr davon, desto eher hat man wahrscheinlich den Nerv der Leser getroffen und desto interessanter ist der Inhalt. Vielleicht setzt sich irgendwann einer hin und definiert den ROI für Blogs neu - anstatt wie sonst bei Einzelinvestitionen üblich den Gewinnanteil durch den durchschnittlichen Kapitaleinsatz zu dividieren, könnte man ja die Anzahl der Kommentare oder die Verlinkungen zu einem Beitrag zu der für das Schreiben aufgewendeten Zeit ins Verhältnis setzen ;-) Aber mal im Ernst: Interesse, Sympathie, Anteilnahme sind doch Faktoren, die eine Beziehung zu unseren Mitmenschen wertvoll macht, wodurch wir den Kontakt zu ihnen suchen und letztlich bestehen Unternehmen auch aus Menschen.

Obwohl ich viele Beiträge zum Thema "Bloggen für Unternehmen nicht sinnvoll" gelesen habe, bin der Meinung, dass zu der Titelfrage keine allgemeingültige Antwort existiert. Zu viele Faktoren spielen vermutlich eine Rolle: Branche, Zielgruppe, Fachwissen, Personalstruktur, Kritikfähigkeit, Herangehensweise und vieles mehr.

Dienstag, 23. Juni 2009

Zuviel Information!

Dieses Bild bringt relativ gut zum Ausdruck wie ich mich als "Greenhorn" nach mehr als 15 Stunden Beschäftigung (die Rede ist vom gestrigen Tag) mit Internet-Fachbegriffen und Webanwendungen fühle. Für alle, denen meine Deutung des Bildes nicht klar ist sei an dieser Stelle geschrieben, dass ich nicht etwa die ganze Welt vor Glück über mein neues Wissen umarmen will, sondern eher überwältigt von zuviel Auskunft in zu kurzer Zeit bemüht bin, das Missverhältnis von immer mehr Informationen einerseits und zu wenig Zeit zum Fertigstellen meiner Arbeit andererseits (noch 3 Wochen) auszubalancieren. Ein Fachbegriff führt zum Nächsten und mein Glossar platzt bald aus allen Nähten. Angefangen mit A wie Alert und B wie Blog über CMS, Feed, Hashtag, Mashup, Ping, Tag, Trackback, Weblog und Wiki enthält meine Sammlung nun insgesamt schon 30 Begriffe mit steigender Tendenz.

Heute werde ich mich darauf konzentrieren, die Entwicklung des Internets und des Online-Marketings in meiner Arbeit "kurz" zu umreißen.

Montag, 22. Juni 2009

Bachelor Thesis zum Thema Web 2.0

Dies ist (vorerst) ein Test-Blog, mit dem ich versuche, mich in die Materie der Blogsphäre einzufühlen. Da meine Bachelor Thesis den Titel "Wie verändert das Web 2.0 die Kommunikation und das Marketing von Tourismusorganisationen" trägt, halte ich es für sinnvoll, diverse Anwendungen, die das Web 2.0 bereit hält, selbst auszuprobieren (und ich nutze hierfür Blogger von Google, weil ich mich für Wordpress noch nicht kompetent genug fühle und ich sowieso kurzfristig keine Zeit für die Erstellung eines aufwendigen Designs habe). Neben der Unterhaltung von Profilen auf Twitter, Facebook und anderen Soziale Netzwerke Plattformen bzw. Plattformen mit multimedialen Anwendungen (siehe Sidebar "Ich nutze aktiv") bin ich momentan damit beschäftigt, den von mir mittlerweile verhassten Begriff "Web 2.0" genauer zu definieren. Zu diesem Zweck lege ich ein Glossar für die Gutachter und andere Interessierte an, welche meine Arbeit lesen werden. Wer eine gelungene Persiflage der Web 2.0-Begriffe lesen möchte, klickt hier!

Dachte ich zu Anfang noch, dass mein Thema der Knaller wird weil so neu und in aller Munde, hat mich die Realität mittlerweile eingeholt und ich weiß, dass die ganze Sache für "sich-ausKenner" schon uralt ist (gemessen an der Beweglichkeit und Flüchtigkeit der Informationen und der Kommunikationsprozesse im Internet).

Ich bin gespannt, welche Ergebnisse meine themenspezifischen Analysen liefern werden. Wenn jemand einen interessanten Bloghinweis für mich hat oder auch Interesse an einem nicht-öffentlichen Austausch zu diesem Thema per E-Mail, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme!

So, mein erster eigener Blog (sagt man dazu Blog oder Post?) ist fertig und ich habe noch eine Menge Arbeit vor mir...

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